Lappland Reise Travel-Blog

Lappland Reise Logbuch #4

Lappland wir haben Kontakt! Zum ersten Mal werden wir jetzt unsere Zughunde treffen, die uns am nächsten Tag durch die eisige Schneelandschaft von Lappland ziehen werden.

Wir dürfen dabei sein, wenn Achim & Conny ihre Hunde füttern und sie näher kennen lernen. Man hört schon das das Gebell des Rudels über ganz Lappland, nur weil sie eine Ahnung davon haben, dass es gleich etwas zu Fressen gibt. Achim nähert sich dem von ihm selbstgebauten Zwinger, in dem die Hunde viel Platz zum Laufen und herumtoben haben. Er hat auch die kleinen Schutzhütten selbst gebaut, wo das Rudel auch bei schlechtem Wetter Schutz findet. Durch eine durchdachte Schleuse begeben wir uns hinein in den Zwinger und es wird noch lauter.

Es sind keine Huskys, wie man vielleicht beim ersten Anblick eines Hundeschlittens denken würde, sondern Grönlandhunde. Eskimo-Schlittenhunde sind eine andere Rasse, die etwas kräftiger im Körperbau ist und das Fell ist mehr bräunlich/beige/schwarz, als gegenüber dem Alaska Husky.

Teamwork

Wir sind drin, inmitten zahlreicher Schlittenhunde, die vor Freude mit uns Kontakt aufnehmen und natürlich auf das Fressen warten. Nachdem wir wohl nun alle Hunde einzeln begrüßt haben, war es nun an der Zeit, sie zu füttern. Dies ist keine so einfache Aufgabe für die beiden Hundeschlitten-Betreiber, aber Achim & Conny sind ein eingespieltes Team, die die Aufgabe täglich routiniert meistern. Die Hunde werden einzeln mit ihrem Geschirr an einer langen Leine angeleint und das mit 1–2 Metern Abstand zueinander. Es soll ja auch kein Futterneid geben! Jeder bekommt einen Napf mit frischem Elch-Fleisch aus der Region Lappland, das Achim & Conny selbst zubereiten.

Nachdem alle Vierbeiner nun versorgt waren, war es auf einmal still geworden. Nur noch das leise Klappern der Metallnäpfe auf dem fest gefrorenen Schnee war zu hören.

Glücklich, wie die Hunde verlassen wir den Zwinger und kommen zum nächsten Highlight dieses Abends. Eine Hündin hat vor einigen Wochen Welpen bekommen und sind seit dem vom Rudel separiert in einer Scheune untergebracht. Nur mit Decken gegen die Kälte geschützt, wächst hier die neue Generation der Grönlandhunde heran. Von Anfang an sollen sie sich gleich an die arktische Kälte gewöhnen. Die kleinen Wollknäule laufen noch tapsig umher und Mama ist immer in der Nähe. Wir dürfen den kleinen Nachwuchs streicheln und sogar auf den Arm nehmen. Ach wie niedlich sie sind! Einfach nur zum dahin schmelzen dieser Anblick.

Nachtruhe

Nach diesen niedlichen und intensiven Eindrücken, ziehen wir uns in unsere kleine rote Hütte zurück, um für den nächsten Tag ausgeruht an den Start gehen zu können. Wir legen nochmal Holz nach für den Kamin, der uns für die kommende Nacht warm halten soll. Eingemummelt, müde und voller Spannung legten wir uns ins gemachte Bett Die Hunde haben sich auch schlafen gelegt und wir Alle genießen die Stille von Lappland.

Der nächste Morgen

Ausgeschlafen und gut erholt bereiten wir uns nun vor, für den großen Tag. Es gab ein ausgewogenes Müsli-Frühstück mit ordentlich viel Energie und natürlich einen heißen Kaffee. Wir hatten bis zum geplanten Start der Schlittenhunde-Tour in Lappland noch etwas Zeit. Daher beschlossen wir uns die Gegend ein wenig näher anzuschauen und Fotos zu schießen von dieser herrlichen Winterlandschaft. Auch die Drohne wurde in die Luft geschickt um einige Aufnahmen zu machen.

Dann war es an der Zeit sich wieder in die kleine rote Hütte zu begeben und sich auf die Tour vorzubereiten. Die Temperaturen waren nicht so kalt wie ursprünglich angenommen. Es waren so um die -8 bis -10 Grad und wir waren vorbereitet für die -30 Grad in Lappland. Demnach konnten wir einige unserer neu angeschafften Kleidungsstücke getrost in der Tasche lassen. Dennoch mussten wir uns natürlich warm anziehen.

Gleich wird es endlich losgehen

In voller Montur begaben wir uns in Richtung den schon fast startklar gemachten Hundeschlitten. Die Hunde werden gerade vor den Schlitten gespannt und sie wissen schon, dass sie jetzt gleich endlich wieder laufen dürfen. Einige Hunde sind völlig außer sich und man könnte meinen, dass sie ihre Kraft schon vorher verbrauchen und andere wiederum bleiben recht ruhig. Schön ist es anzusehen, wie Achim professionell und ruhig dabei ist und uns nochmal den Schlitten erklärt. Denn später muss ich alleine die Verantwortung übernehmen.

Achim & Conny werden mit dem Motorschlitten vor dem Schlitten fahren und den Hunden Kommandos geben. Sie haben den ganzen Proviant und Ausrüstung etc. mit auf dem Skooter, so das wir davon frei sind und die Hunde es leichter haben.

Bevor ich die Kontrolle des Hundeschlittens übernehmen darf, steuert Achim diesen über die Landstraße und ein paar Meter weiter durch den Wald von Lappland.

Los geht’s

Jetzt darf ich den Schlitten übernehmen und mich darüber freuen, das es endlich losgeht. Die GoPro aktiviert, Helene sitzt mit einer Decke im Schlitten auf einem Rentierfell und ich gebe das Handzeichen in Richtung Skooter, dass Alles bereit ist. Und ab die Fahrt! Ein Wahnsinns Gefühl und das Adrenalin schießt durch den Körper. Wir genießen dieses Abenteuer von der ersten Minute an und nach einigen Kilometern macht es sich schon bemerkbar das dies kein Spaziergang wird. Das Gelände ist hügelig und so muss ich den Hunden bei den Steigungen helfen. Ich hole mit meinen Beinen Schwung und ab und zu muss ich aber auch mal runter von den Kufen. Aber bloß nicht den Schlitten loslassen! Es ist Teamwork und Sport! Schnell wird mir warm und ich muss die Jacke öffnen.

Dennoch viel mir die Steuerung des Schlittens recht leicht muss ich dazu sagen. Gesteuert wird überwiegend durch Gewichtsverlagerung des Körpers und das hinunterdrücken der Bremsplatte. Die Grönlandhunde laufen begeistert durch den Schnee und folgen dem Schnee-Skooter. Conny sitzt in unsere Richtung blickend auf einem Anhänger und gibt den Hunden Kommandos, während Sie dabei filmt und fotografiert. Multitasking eben!

Ablenkung

In einem Waldstück trafen wir auf eine Herde Rentiere, die dabei war, Futter zu suchen. Ein kurzen Augenblick war der Leithund abgelenkt und zog den Schlitten zusammen mit uns über einen gefällten Baum in Richtung der Herde. Schrecksekunde für uns Alle, aber es ist nochmal gut gegangen und die Hunde folgten weiter den Kommandos von Achim & Conny!

Es dämmert und nach ungefähr der Hälfte der geplanten Strecke von 20 km kommen wir an einen Windschutz mit Feuerstelle. Dieser liegt im Wald an einem zugefrorenen und schneebedecktem See. Mittlerweile haben wir Stirnlampen auf dem Kopf um überhaupt etwas zu sehen. Hier oben wird es nämlich so richtig dunkel!

Schnell wird es kalt, wenn man sich nicht bewegt und zuvor etwas geschwitzt hat. Schnell muss jetzt alles gehen, damit wir nicht unterkühlen und uns womöglich noch erkälten. Das Lagerfeuer brennt und auf der großen Pfanne wird nun etwas zu Essen gebrutzelt. Wir sitzen beisammen am wärmenden Feuer mit gegrilltem, einer Tasse warmen Tee in der Hand und unterhalten uns während um uns herum die herrliche Ruhe der Natur ist.

Schaut euch nun das folgende Video von unserer Hundeschlitten-Tour an:

Leider schon vorbei

Wie immer gehen die schönsten Dinge sehr schnell zu Ende, wie auch in diesem Fall. Aber es hat unglaublich viel Freude bereitet und wir können jedem nur empfehlen dieses Erlebnis mit auf seine „Bucket-List“ zu nehmen. Lappland sowieso!

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Im nächsten Beitrag könnt ihr von unseren Startproblemen mit unserem Auto lesen und wie wir doch noch nach Jokkmokk kommen, um den Wintermarkt der Samen zu besuchen.

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