Lappland Reise Travel-Blog

Lappland Reise Logbuch #5

Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir mit einem ordentlichen Muskelkater an diesem Morgen in Lappland aufwachen, da wir uns ja soooo sportlich betätigt hatten, bei der Hundeschlitten-Tour am Vortag. Aber wir wachten ohne nennenswerte Schmerzen auf! Glück gehabt!

Nachdem wir unser selbstgemachtes Power-Müsli und einen starken Kaffee zu uns genommen hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Auto. Der kleine „Peugeot 206 GTI“, der uns sicher bis hierher hoch gebracht hatte, in das verschneite und kalte Lappland, stand nun schon seit fast 36 Stunden einsam in der eisigen Kälte von Lappland.

Zündschlüssel rein und einfach drehen. Wie immer eigentlich, aber hier lag das Problem. Er sprang nicht an! Panik machte sich im Kopf breit aber der Anlasser will einfach nicht den Motor anspringen lassen. Gefühlte 10 Minuten haben wir den Schlüssel gedreht und versucht den Motor zum Laufen zu bringen. Vergeblich!

Unser Gastgeber Achim, kam aus seinem Haus, um zu schauen wie er helfen konnte. Aber nach einigen weiteren Versuchen, den Zündschlüssel zu drehen, kam mehr und mehr Bewegung in den Motor und zum Schluss sprang er dann doch an, der kleine Löwe. Puh… !

Lappland

Glück gehabt. Oder doch nicht?

Wenn Motorwarnlampen im Display dauerhaft leuchten, heißt das gewöhnlich nichts Gutes. Dann noch die Meldung „Anomalie im Abgassystem“, die freundlicherweise vom Bordcomputer angezeigt wird, damit man gleich verstehen soll, wo der Fehler liegt. Zumindest, wenn man Experte ist, versteht man es auf Anhieb. Auf unserem Smartphone, zeigte Google uns zu dieser Meldung verschiedene Fehler an, aus denen wir nun auch nicht schlau wurden.

Der Motor läuft und wir stehen hier mitten in Lappland und bis nach Jokkmokk waren es noch ca. 70 km. Dort sollte es ja wohl eine Autowerkstatt geben dachten wir uns und nahmen das Risiko in Kauf zu nehmen, evtl. auf dem Weg nach Jokkmokk stehen zu bleiben.

Angeschnallt und los jetzt!

Um auf Nummer sicher zu gehen, fuhren wir die verschneite Einfahrt des Hofes vorsichtig hinauf. Das stellte sich als fatalen Fehler heraus, weil der nötige Schwung fehlte um auf dem Schnee und in der Steigung Grip zu bekommen. Ein Lenkfehler machte es noch schlimmer und so havarierten wir zu weit rechts in einem aufgeschippten Schneehügel. Nichts ging mehr, weder nach vorne oder nach hinten. Die Räder drehten durch, weil das Profil nicht in den Schnee greifen konnten.

Was für ein Start in den Tag! Aber Rettung nahte mit Achims Schnee-Scooter, der zum Glück noch vor Ort war. Eigentlich wollte er bereits im Wald sein, um die Wege zu checken, für die Hundeschlitten. Er holte sein Abschleppseil und zog den im Schnee festsitzenden Peugeot 206 mit seinem Schnee-Scooter ohne große Mühe heraus. Leider haben wir keine Bilder von der ganzen Aktion.

Lappland

Jetzt aber los!

Mit einer Stunde Verspätung im Gepäck, machten wir uns nun auf nach Jokkmokk zum weltberühmten Wintermarkt der „Samen“. Dem indigenen Volk, das im Norden von Skandinavien lebt und alljährlich hier seit 1605 seinen Handelsplatz hat.

Auf dem Weg dorthin überquert man den Polarkreis, der hier natürlich mit einem großen Schild und Informationstafeln für jeden, der hier vorbeikommt, sichtbar gemacht wurde. Wir halten natürlich auch an, um ein paar Bilder zu machen.

Weiter geht es, durch die Winterlandschaft von Lappland und auf der eisigen Strasse, die sich so herrlich von den hohen mit Schnee bedeckten Tannen am Wegesrand, wie eine Allee bis nach Jokkmokk zieht. Man könnte meinen, das Frau Holle hier sehr viel Kissen aufgeschüttelt hat, so weiß sieht es hier aus.

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Endlich angekommen in Jokkmokk und das ohne weitere Probleme mit dem Auto. Schnell finden den ausgeschilderten Parkplatz, der am Freitag noch kostenlos ist für Besucher des Wintermarktes. Samstag und Sonntag kostet ein PKW 40 Kronen (4€) für den ganzen Tag (Stand 2018). Vom Parkplatz aus geht man dann noch ca. 1km bis zum Jokkmokk Wintermarkt.

Wir entschieden uns, aber noch schnell vorher die Autowerkstatt zu aufzusuchen, die nur einige Meter vom Parkplatz liegt. Wir schilderten unser Problem und das wir einen Fehler-Code haben. Dank des OBD II und einer App zum Auslesen, konnten wir schon vorab sehen, welcher Code angezeigt wurde. Der Meister in der Werkstatt hatte verschiedene Theorien aber beruhigte uns damit, das es kein großes Problem sein wird, mit dem Auto wieder nach Stockholm zu kommen. Jetzt am Wochenende könnte man sowieso nichts mehr machen.

Schlendern und Geniessen

Ok, wir wollten uns nun auch nicht den Kurzurlaub vermiesen lassen und begaben uns nun auf den Wintermarkt in Jokkmokk. Wir schlenderten vorbei an den zahlreichen Ständen mit verschiedenen Angeboten der Samen. Es werden hier Rentierfelle, Kleider, Schmuck, Holzhandwerk und Nahrungsmittel aus dem hohen Skandinavien wie Rentierfleich, Elchfleisch, Fischspezialitäten sowie auch allerlei Kunst angeboten.

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Neben dem Wintermarkt finden Konzerte mit samischen Musiker, Ausstellungen, Vorführungen und Naturerlebnisse statt. Es können auch von hier aus kurze Hundeschlitten-Fahrten, Nordlichtentdecker-Touren oder aber auch den Besuch einer Rentierfarm unternommen werden. Veranstalter bieten Tagestouren oder aber auch Kurztouren an. Es gibt sogar ein Scooter-Taxi für Besucher zum Wintermarkt vom Arctic-Camp aus, auf dem man auch bei arktischer Kälte sein Zelt aufschlagen kann.

Offizielle Internetpräsenz des Wintermarktes könnt ihr hier besuchen: https://www.jokkmokksmarknad.se/de/

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Auf dem Talvatis-See hinter dem Jokkmokk-Vandrahem werden Rentierschlittenrennen traditionell veranstaltet. Uns zog es auch auf den zugefrorenen See, um das Spektakel zu sehen. Auf einer abgesteckten Rennstrecke in Hufeisenform, werden hier täglich während des Marktes, speziell dafür trainierte Rentiere ins Rennen geschickt. Sie ziehen auf der ca. 200 m langen Strecke einen Schlitten hinter sich her auf dem ein menschlicher Teilnehmer liegt und hofft im Duell das schnellste Rentier erwischt zu haben. Lustig anzusehen und der Fotoapparat sollte hier in den Sportmodus gestellt werden.

Auf dem alljährlichen Wintermarkt hier in Jokkmokk wird sehr viel für die Besucher, die zum Teil von überall in der Welt hierher kommen, geboten. Lest gerne dazu unsere 10 Tipps zum Jokkmokk-Wintermarkt hier.

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Abschied

Unsere Reise endete mit einer problemlosen Heimfahrt nach Stockholm und einem für uns unvergesslichen Kurzurlaub. Lappland ist immer eine Reise wert und einmal sollte jeder, der Skandinavien mag, den Jokkmokk Wintermarkt besucht haben. Alleine schon die verschneite Winterlandschaft von Lappland ist faszinierend und einfach märchenhaft. Mit ein wenig Glück, kann man bei gutem Wetter auch Nordlichter sehen.

Hier noch eine Reportage des NDR´s vom Wintermarkt

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Helene & Andre´

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