Reise-Tipps Skandinavien

Wie du „Skandinavischen Blutsaugern“ entgehst

Blutrünstig, gefährlich und die wohl mit Abstand meist gehassten Tiere dieser Welt, bringen den noch so harten Mann oder die Frau an den Abgrund des Wahnsinns. Bei Dämmerung, beginnt die Armee von Vampir-Damen damit, sich ihre Opfer zu suchen, um Blut für ihre Eier zu sammeln. Ihre männlichen Artgenossen genießen dabei das Leben, in dem sie den Nektar von Blüten trinken, die Damen begatten und einfach durch die Gegend ziehen.

 

Horror pur

Das Wort Mücke löst in vielen von uns gleich furchterregende Emotionen aus, wie juckenden Einstichstellen auf unserer Haut, rote Beulen und alleine schon der Gedanke, dass die Tiere an unser Blut wollen, reicht schon um panisch zum chemischen Keule zu greifen. Aber ist das auch immer gut für uns selber?

„In diesem Artikel erfährst Du nun etwas mehr über die Mücken in Skandinavien, welche vorbeugenden Maßnahmen helfen können und welche Schutzmittel gegen Mücken es auf dem Markt gibt.“

 

Nordische Agro-Mücken

Wir hören und lesen immer wieder, dass skandinavische Mücken besonders aggressiv sind und ihre Population größer sein soll als im restlichen Europa. Wer Urlaub im südlichen Skandinavien machen will, wird keinen großen Unterschied im Gegensatz zu Deutschland feststellen.

Grundsätzlich gilt: Je weiter man nach Norden reist, umso mehr Mücken und je weiter im Landesinneren, umso stärker treten sie auf. In Schweden stechen zwei Orte jedes Jahr besonders heraus, die von Mücken regelrecht terrorisiert werden.

In der Region Värmland, nördlich von Karlstad und in der Umgebung von Österfärnebo ist das tägliche Leben der Menschen im Sommer so sehr eingeschränkt, so das sie ihre Aktivitäten nur noch Indoor ausführen und die Kinder Mückennetze auf dem Kopf haben.

Mückenforscher haben hier ihre wahre Freude und die Insektenbekämpfungsmittel-Industrie findet auch reißenden Absatz.

Jedes Jahr wird in den landesweiten Nachrichten (SVT) von dieser Mückenplage berichtet und welche Maßnahmen man gegen die Plagegeister diesmal in Angriff genommen hat. Das Wundermittel heißt „Vectobac G“ und ist ein biologisches Bekämpfungsmittel, was mit Hilfe von Helikoptern über die betroffenen Regionen verteilt wird, um die Larven der Mücke zu töten.

Mückenschwarm

Feuchtgebiete

Mücken halten sich besonders gerne in der Nähe von Gewässern oder in feuchten Regionen auf, um dort ihre Eier abzulegen. Kleine Pfützen, wie z.B auf Wiesen oder auf Wegen reichen dafür oftmals schon aus um neue Mücken zu gebären. Auch Regentonnen oder verweißte Gießkannen können Nester sein.

Besonders an warmen Sommertagen, bietet es sich an, seinen Aufenthaltsort gut zu wählen. Wer also gerne an skandinavischen Seen oder Flüssen seinen Urlaub verbringen möchte, muss mit den Quälgeistern wohl oder übel leben.

 

Artenvielfalt in Skandinavien

Es gibt 49 verschiedene Arten von Stechmücken in Skandinavien und weltweit stechen über 3500 Arten zu. In Skandinavien  gibt es zwei Hauptgruppen von Mücken.

Die Waldstechmücke (Aedes communis) ist meistens während der Dämmerung und am Abend aktiv.  Sie sticht gerne am Knöchel oder an den Handgelenken zu. Ihre Aktivitätsperiode ist generell zwischen Juni und Juli.

Die Überschwemmungsmücke (Aedes sticticus) ist die aggressivste Mücke hier im Norden und sticht gerne unmittelbar zu, wenn sie Kontakt zum Opfer hat. Sie ist außerdem tagaktiv und sucht sich ihre Beute auch bei starkem Sonnenschein.

Die Eier von Überschwemmungsmücke können mehrere Jahre überleben und schlüpfen gerne wenn es feucht ist. Ein regnerischer Sommer kann zur Folge haben, das mehrere Generation von Mücken gleichzeitig schlüpfen.

Mücke saugt Blut

Warum stechen nur Mückenweibchen?

Blut ist nur für Mückenweibchen besonders wichtig, da es reich an Proteinen und anderen Nährstoffen ist, die es zur Erzeugung und zum Wachstum seiner Eier benötigt. Dabei ist es egal, von welchem Lebewesen das Blut stammt.

Bei einem Mückenstich hinterlässt die Mücke ihren Speichel in der offenen Wunde. Mückenspeichel enthält einen Blutgerinnungshemmer, der dafür sorgt, dass die Mücke das Blut des Wirtes deutlich leichter und unbemerkt aufsaugen kann.

Mücken können im Gegensatz zu Bienen, die ihren Stachel nach einem Stich verlieren, unbegrenzt oft zustechen. Eine weibliche Mücke wird so lange nach Blut suchen und zustechen, bis sie satt ist. Danach wird sie für ca. 3 Wochen ruhen, bevor sie ihre Eier ablegt. Nachdem sie ihre Eier abgelegt hat, ist sie sofort wieder bereit, diesen Prozess zu wiederholen.

 

Blutabnahme verhindern

Reisezeit wählen

Wer im Frühsommer nach Skandinavien reist, wird von den Mücken direkt und gerne in Empfang genommen. Ab August/September nehmen die Attacken der blutrünstigen Damen ab, da sie die kühlen Nächte nicht überleben. Und im Winter gibt es keine Mücken in Skandinavien.

 Standortwahl

Skandinavien lockt uns mit seiner schönen Natur und den fantastischen Aussichten am See oder anderen Gewässern. Doch hier erwartet Euch die grösste Gefahr gestochen zu werden.

Auf Campingplätzen unbedingt vermeiden zu nah an Wasserzisternen, sanitären Anlagen oder kleinen Wasserläufen zu stehen. Dies sind die Brutplätze für neue Mücken und besonders belebt. Auch Wasseranschlüsse für Wohnmobile können betroffen sein, besonders wenn sie undicht sind und tropfen.

Am besten sind offene Flächen, wo es etwas luftiger zugeht. Wem der Wind nichts ausmacht, der bleibt frei von Mückenstichen. Denn Mücken mögen keinen Wind.

 Kein Einlass gewähren

Wer im Wohnwagen, Wohnmobil, Zelt oder in der Hütte wohnt, sollte Türen, Fenster und sonstige Öffnungen immer geschlossen halten. Die Räume bieten Euch eine Rückzugsmöglichkeit und es wäre doch schade, wenn ihr einen Terroristen beherbergt.

Im Handel gibt es Insektengitter, die man vor Türen und Fenster hängen kann und so die Mücken draußen hält. So kann die Luft dennoch zirkulieren und Ihr habt einen Mückenfreien Raum. Beim Zelt-Kauf darauf achten, das alle Fensteröffnungen auch ein solches Insektengitter haben.

Anziehsachen

Dunkle Kleidung ist im Gegensatz zu heller, ein Magnet für Mücken. Da Mücken außerordentliche Duftfetischisten sind, sollten verschwitzte Klamotten vermieden werden, aber auch das Auftragen süßem Parfüm lockt die Mückendame an. Parfümfreies Duschgel und Shampoo ist nur zu empfehlen!

Um sich vor den Stichen der Mücke zu schützen, kann man Langarmshirts und lange Hosen tragen, aber diese sollten nicht zu dünn sein und auch nicht zu eng anliegen, da sonst die Mücken hindurchstechen können. Auf dem Markt gibt es verschiedene stichdichte Materialien von zahlreichen Herstellern.

Stichdichte Hosen z. B. gibt es von Fjällräven zu kaufen. Das schwedische Unternehmen erkannte frühzeitig das Problem und hat mit dem G-1000 Material ein undurchdringlichen Stoff entwickelt, der sich bewährt hat.

Für den Kopfbereich, empfiehlt es sich einen Hut zu tragen in Kombination mit einem Moskitonetz. Solche Tropenmützen oder Netze findet man auch von Fjällräven und vielen anderen Herstellern.

„Achtet darauf, dass die Kleidung am Hals sowie an Hand- und Fußgelenken immer gut abschließt, wenn Ihr die langen skandinavischen Sommerabenden draußen sitzt.“

      

Antiterror-Mittel

Wie immer gibt es die chemische und natürliche Keule, die die Mücken abhalten sollen unser kostbares Blut abzapfen zu wollen. Der Markt ist voll mit dem besten Zeug, versprechen zumindest die Hersteller. Der Kampf gegen Mücken saugt unseren Geldbeutel aus, sowie die Mücken uns. Doch was schmieren wir uns eigentlich auf die Haut?

 Vorsicht bei Chemie

Bei den chemischen Varianten wird gerne der Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) mit beigefügt. Das Mittel soll gut gegen Mücken wirken, aber wer sich häufig das Zeug auf die Haut schmiert, kann Hautreizungen bis zu Störungen des Nervensystems verursachen.

Auch Bayrepel (Hydroxyethyl-Isobutyl Carboxylat), Allethrin, sowie Dimethylphthalat (DMP) kann zu einer Reizung von Haut, Augen und Schleimhäuten führen. Auch Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Auslösung eines Asthma-Anfalls können hervorgerufen werden.

Tranfluthrin kann bei empfindlichen Personen zu Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen führen.

Piperonylbutoxid steht gar in Verdacht, Krebs zu erzeugen, fruchtschädigend und erbgutschädigend zu sein. Man sollte keines der Mittel längere Zeit hintereinander und für viele Stunden nutzen!

Der Stiftung Warentest Testsieger ist ANTI BRUMM 

In Skandinavien verkauft man solche chemischen Produkte unter folgenden Namen:

Schweden & Norwegen: Mygga, Djungelolja, US622, Autan

Finnland: Off!

Dänemark: Stick A, Autan, Mygg Fri

 Omas Hausmittelchen

Als Alternative zu der chemischen Variante haben sich in der langen Geschichte der Menschheit auch Präparate auf pflanzlicher Basis als Wirkungsvoll erwiesen.

Ätherische Öle mit neutraler Körperlotion vermischen (Aber auch das kann Hautreizungen verursachen). Man mischt im Verhältnis 1:4. Als Öle eignen sich Zitrone, Nelke, Bergamotte, Sandelholz, Minze, Zimt, Kampfer, Eukalyptus, Lavendel, Anis und Katzenminze.

Ätherische Öle wie Lavendel, Eukalyptus, Teebaum, Citronella, Nelke oder auch Zeder in einer Duftlampe verdampfen lassen.

Synthetisch hergestellte Öle können Allergien hervorrufen und der Gesundheit schaden sowohl bei ätherischen Ölen ist eine Hautreizung nicht auszuschließen. Dennoch ist es ratsam, immer auf natürliche Öle zurückgreifen.

Kokosöl soll auch gegen Mücken helfen. Wir haben es noch nicht ausprobiert, aber im Internet liest man immer wieder, das der Geruch der Laurinsäure allergisch auf Mücken wirken soll. Wir werden es mal ausprobieren.

Kokosöl

Kokosöl

Schmerztherapie

Wenn nun doch die blutrünstigen Sauger es geschafft haben, einem das Blut aus den Adern zu saugen, beginnt unsere Haut zu jucken, schwillt an und wir kratzen uns. Gegen unser allergisches Leiden, nach einem Stich, gibt etwas aus der Apotheke, natürlich Oma´s Hausmittel und ganz viele Ratschläge.

Erste Hilfe gegen den Juckreiz:

  • Direkt nach einem Mückenstich sollte man diesen direkt desinfizieren. Hierdurch wird die Gefahr einer möglichen Entzündung deutlich reduziert.
  • Ganz wichtig ist: nicht kratzen, auch wenn man unbedingt will. Durch das Aufkratzen von Mückenstichen könnten Bakterien leichter in unseren Körper eindringen, sodass möglicherweise Infektionen entstehen.
  • Bei Schwellungen kann es helfen: die betroffene Stelle zu kühlen. Ein kühlendes Gel gegen Brandwunden und Insektenstiche beruhigt die Haut. Es kann auch ein Eiswürfel, ein Coolpack oder ein feuchtes Tuch aufgelegt werden.

 

Was sind Eure Erfahrungen im Kampf gegen Mücken?

Schreibt gerne Diese unter diesen Beitrag in das Kommentarfeld. Hat Euch der Beitrag gefallen, freuen wir uns auch ¨ber ein positives Feedback.

„Lycka till“ im Kampf gegen Mücken

 

Nie mehr selber denken müssen

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Vielen Dank für Dein Interesse

Med vänlig hälsning!

Helene & Andre

Bilder: Pixbay

 

 

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Baumann Theo

Ich erhitze einen Teelöffel auf noch knapp Hauterträgliche Temperatur im heissem Wasser und drücke die Unterseite des Löffels auf die gestochene, jukende Stelle bis der Löffel kühl wird. Dadurch werden die juckenden Gifte aufgespalten und verlieren Ihre unangenehme Wirkung. Wichtig: So heiss wie möglich, jedoch Verbrennungen vermeiden.