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Kultobjekt

Armaflex klebt wie Hulle!

Wenn es zu der Überlegung kommt, wie man einen Bulli oder einen anderen Campervan isolieren soll, dann stößt man im Netz immer wieder auf die Eier legende Wollmilchsau „Armaflex“. Besonders viele Youtube-Videos zeigen, wie man diesen flexiblen Dämmstoff, der eigentlich zu Industrieanlagen-Isolierung angewendet wird, im Auto verarbeitet.

Auch wir haben uns gegen Glaswolle, Styropor usw. entschieden und diese Hightech-Dämmung von Amazon bestellt. Nach einer Woche kamen dann zwei große Pakete an, mit jeweils einer Rolle 19mm Armaflex. Eine Rolle hat eine Fläche von 6m² und zwei davon sollten eigentlich ausreichend sein für den kleinen VW T3 Syncro. 

Das Material ist schwarz und selbstklebend. Soll also heißen, das auf der Rückseite der Kleber schon angebracht ist und man nur noch die Schutzfolie abziehen muss um es an der gewünschten Oberfläche anzubringen.

Wer Armaflex noch nicht kennt, kann sich das so vorstellen, wie eine ISO-Matte für Camping.

Hast du unsere ersten zwei Blogs zum Bulli noch nicht gelesen?
Teil1: Unser Herz hat entschieden
Teil2: Die Ausschlachtung…

Unsere Rollen Armaflex
Unsere Rollen Armaflex

Die Vorbereitung

Für das zuschneiden des Armaflex benötigt man lediglich ein scharfes Messer und eine Schere. Ein Maßband hilft beim abmessen auch ungemein, denn das Passgenaue zuschneiden ist ganz wichtig.

Auch nicht zu vernachlässigen ist, dass genug Platz zum arbeiten vorhanden ist und lose Gegenstände aus dem Arbeitsbereich entfernt werden sollten. Schütze Flächen, die nicht beklebt werden sollen mit Papier oder Folie.

Nachdem auch noch alle Flächen, auf die das Armaflex kommen soll gereinigt wurden, kann es schon losgehen mit dem verlegen.

Ach ja, vorab ganz wichtig: Youtubevideos schauen. Auch wir haben Eines gedreht.

Wo haben wir isoliert?

In unserem Syncro von 1988 haben wir die Seitenwände komplett mit Armaflex ausgelegt, sowie den Boden, die Schiebetür und die Schräge an der Motorkante, wo später das Sofabett stehen soll.

Im Grunde sind es alle nicht sichtbaren Bereiche im Bereich, die isoliert wurden.

Den Himmel haben wir ausgelassen, weil das ein zu großer Aufwand gewesen wäre, den abzumontieren und wieder danach dran zu bekommen.

Für den Bereich auf dem Motor, haben wir uns dazu entschieden pass genaue Stücke des Armaflex zurechtzuschneiden und diese nur dort darauf zu legen.

Wie verlegt man Armaflex?

Ja, das war eine spannende Sache, das Armaflex zu verlegen. Das Material ist weich und flexibel und mit einem sehr scharfen Messer lässt es sich auch gut schneiden.

Mit einer stumpfen Klinge läuft man Gefahr, das das Schaumstoffgummi ausfranst und der Schnitt nicht genau wird.

Das Armaflex hat auf der Kleberseite auch eine Art Netz mit integriert, die das Dämmmaterial zusammenhalten soll oder so ähnlich. Dies kann dabei helfen, einen möglichst geraden und sauberen Schnitt zu bekommen.

Armaflex schneiden
Zuschneiden auf dem Netz
Armaflex im Bus
Seitenwände beklebt

Eigentlich ist es ganz egal, wo man anfängt, aber wir haben mit kleineren Flächen angefangen um ein Gefühl für das Material zu bekommen. Die Hohlräume an der Seitenwand über dem Motor eignen sich dafür hervorragend.

Hier haben wir uns Stück für Stück reingearbeitet, bis der komplette Bereich mit Armaflex bedeckt war. Aber es war nicht so einfach, wie Anfangs gedacht. Schnell stellte sich heraus, das das Armaflex wenn es einmal auf dem Metall des Bulli´s klebt, nicht mehr bewegt werden kann.

„Es klebt wie Hulle!“

Also haben wir angefangen sehr genau zu messen und vorab das Armaflex anzulegen, bevor die Schutzfolie abgezogen wurde. Grosse Flächen verlegt man wie einen Teppich oder Tapete.

Dennoch sind unzugängliche Stellen, wo man nur schwer mit den Händen reinkommt ein Geduldsspiel. Wir haben an der einen oder anderen Stelle geflucht, weil auch mittlerweile die Hände mit kleinen Armaflex-Stücken vollgeklebt waren.

Handschuhe sind übrigens wertlos.

Wo sind das Messer oder die Schere? Gesucht und gefunden auf dem Armaflex-Kleber. Boah… alles klebt daran wie Superkleber.

Armaflex im Van
Schlussergebnis mit Armaflex im Bulli
Armaflex
Seitenwand die einfach war

Unser Fazit zu Armaflex

Genauigkeit und ein scharfes Messer, das sind unsere Empfehlungen. Um den Bus zu isolieren haben wir einen ganzen Tag benötigt, also ca.6 Stunden. Es geht viel Zeit beim messen, anpassen und Stückeln dabei flöten.

Beim Kleben des Armaflex sind gute Nerven gefragt und hier ist unser Fazit, das man lieber viermal guckt, als nur dreimal.

Es kann auch helfen, wenn man sich jemanden mit in den Bus holt, der beim gucken und halten hilft. Eventuell jemanden mit kleinen Händen, der auch in die engen Stellen kommen kann.

„Kalt oder warm?“

Die Temperatur-Isolierung an kalten Tagen ist nicht so optimal sagen wir, denn wir hatten kalte Füße trotz Armaflex unter dem Boden. Vielleicht macht der Unterschied nur einen Grad aus.

Im heißen Sommer gab es aber doch recht angenehme Unterschiede zu den Außentemperaturen. Im Bus selber waren die Temperaturen immer wieder sehr angenehm trotz direkter Sonneneinstrahlung. Hier isoliert das Armaflex doch ganz gut gegen die Wärme.

Wenn das Armaflex vermutlich in Kombination mit einer Heizung im Bus oder Van angewendet wird, dann wird die Wärme eventuell nicht so schnell aus dem Inneren verschwinden und somit spart man noch viel Energie. Hier haben wir noch keine Erfahrungswerte gesammelt.

Hast du Erfahrungen zum Armaflex oder einer anderen Dämm-Möglichkeit? Dann teilt sie doch gerne mit uns und unseren Lesern in dem du einen Kommentar unter diesem Beitrag schreibst.

Nächstes mal

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Bis dahin, alles Gute!

Helene & André

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Von Andre

Hej, ich bin André! Seit vielen Jahren bereise ich den Norden und lebe mit meiner Lebenspartnerin Helene in Stockholm. Neben besonderen Reisezielen, berichte ich für dich auch über nützliche Reisetipps, wobei die Nachhaltigkeit und meine Liebe zur Natur einen großen Stellenwert einnimmt. Was sagst du dazu? Hinterlasse mir doch einen Kommentar. Ich freue mich.

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